Tipps bei Burnout

Müde, erschöpft, saft- und kraftlos – so beschreiben die Betroffenen ihren körperlichen und nervlichen Zustand bei einem Burnout.

Alle Energiespeicher sind leer und können auch nicht mit ein oder zwei Tagen des „Nichtstuns“ aufgefüllt werden. Viele akzeptieren die Beschwerden nicht als Krankheit, ziehen sich zurück und versuchen mit Aufputschmitteln wieder zu „funktionieren“. Der richtige Weg aus der Krise: Lachen, lieben, laufen und Stärkungsmittel aus der Natur.

Den Begriff „Burnout“ gibt es in medizinischen Wörterbüchern noch nicht, trotzdem wissen fast achtzig Prozent aller Deutschen, was sie sich darunter vorzustellen haben. Das heißt aber nicht, dass sie erkennen würden, wenn sie einem Burnout nahe sind. Die ersten Anzeichen wie z. B. Schlafstörungen, Magen- und Darmprobleme, steifer Nacken, hängende Schultern, Lustlosigkeit, Depression und leerer Blick, werden als einzelne Beschwerden gesehen und nicht ernst genommen oder in Selbstmedikation behandelt. Keinesfalls wird eine Schwäche eingestanden.

Perfektionisten sind besonders gefährdet

Sich und anderen etwas beweisen, alles richtig und pünktlich machen und natürlich eigentliche besser als andere – wer unter diesem Antrieb arbeitet und lebt hat einen enormen Energieverbrauch. Werden die Energiespeicher nicht aufgetankt, kommt der totale körperliche und seelische Zusammenbruch. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Besonders gefährdet sind Prominente, weil sie ständig in der Öffentlichkeit stehen, in der Regel sehr ehrgeizig sind und ihre Gefühle ständig unterdrücken. Ebenso häufig betroffen sind Manager. Sie müssen Mitarbeiter motivieren und kontrollieren, das immer mit guter Laune und Dynamik. Andererseits sitzt ihnen der Druck nach mehr Umsatz und Gewinn im Nacken, - für eigene Gefühle und Bedürfnisse bleibt da kein Raum. Wann und wo sollten sie sich zwischen Terminen und Reisen eine Insel des „Ich-Seins“ suchen können? Ähnlich geht es den Managern der Familien, den Müttern. Ihre gesellschaftliche Anerkennung ist zwar nicht halb so hoch wie die der Wirtschaftsbosse und Prominenten, aber der Stress ist gleich groß.

Der Kurzschluss naht

Freunden und Kollegen fallen die Burnout - Kandidaten durch eine Veränderung ihrer Persönlichkeit auf. Deutliches Zeichen: Der Humor kommt ihnen abhanden. Sie sind ständig gereizt, nervös, sarkastisch und kritisieren an anderen herum, vor allem an heiteren Mitmenschen, die das Leben locker nehmen.

Einladungen werden immer häufiger abgelehnt und wenn ein fast „Saft- und Kraftloser“ doch kommt, langweilt er sich schnell, findet die Gespräche öde und die Späße albern. Für die Probleme anderer hat er gar kein Verständnis, denn im Gegensatz zu seinen Herausforderungen ist das alles halb so schlimm.

Die gesellschaftliche Isolation ist die Folge. Auf der einen Seite versucht ein Burnout - Anwärter sich zusätzliche Energiefresser vom Hals zu halten und auf der anderen Seite wollen seine Mitmenschen sich nicht ihre gute Laune verderben lassen.

Erkenne Dich selbst

Öffentlich können antriebsstarke Menschen natürlich keinesfalls eine drohende Schwäche eingestehen. Aber im Innersten spüren sie es schon, denn sie beginnen mit Abwehrmaßnahmen: Abschotten, mehr Kaffee und Zigaretten, Schlaftabletten, Beruhigungs- und Aufputschmittel.

Der Körper reagiert auf diesen zusätzlichen Stress mit nervösen Magen- und Darmstörungen, Muskelverspannungen, Bluthochdruck, häufigen Infekten, Rückenbeschwerden, Migräne, Depressionen, Ängsten und Herzproblemen. Die Haut wird fahl, die Haare stumpf und strähnig, der Blick leer. Positive Ausstrahlung? Fehlanzeige.

Die Energieräuber

Die größten Energieräuber sind nicht die körperlichen, sondern die seelischen Belastungen. Die Hetze von Termin zu Termin nervt fünfzig Prozent aller Deutschen, einundsechzig Prozent fühlen sich beruflich überfordert, dreißig Prozent belastet der Spagat zwischen Beruf und Familie, zwanzig Prozent haben ständigen Ärger mit Chef und Kollegen, sechzehn Prozent stört der Straßenverkehr, dreizehn Prozent haben Ehekrisen und bei sieben Prozent klappt es nicht mit dem Sex.

Während positive Gefühle das nervliche Gleichgewicht und den Herzrhythmus harmonisieren, stören negative Gefühle. Da das Nervensystem mit dem Hormon- und Immunsystem gekoppelt ist, kommt alles aus dem Gleichgewicht und der gesamte Organismus wird in Mitleidenschaft gezogen. Ständige Muskelanspannung, reduzierte Magen- und Darmleistung, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, chronische Infekte und allergische Reaktionen können die Folge sein.

Schon fünf Minuten Wut führen zu einer Senkung des Immunspiegels von vier bis fünf Stunden. Ein positives Gefühl, zum Beispiel durch ein Lob, erhöht ihn bis zu sechs Stunden. Auch Gefühle wie „Zeitdruck“ oder „keiner mag mich“ wirken sich negativ auf den Organismus aus. Wer ständig unter Druck steht, um anderen oder sich etwas zu beweisen, verbraucht enorm viel antioxidative Schutzstoffe. Die notwendige Energie wird in den Mitochondrien erzeugt. Während dieses Verbrennungsprozesses entstehen auch immer die gefährlichen „freien Radikale“. Sie greifen unsere Zellen an und führen zu nicht reparablen Schäden. Hochleistungsarbeiter und negativ Gestresste müssen deshalb unbedingt auf ausreichende Zufuhr von Schutzstoffen wie Selen, Zink, Vitamin C und E achten.

Das eigene Tempo neu bestimmen

Der Weg aus einem Burnout ist nicht einfach. Körper und Seele sind k.o. Energie ist nicht mehr vorhanden. Alles erscheint den Betroffenen unwichtig. Selbst für die eigene Person ist kein Interesse mehr vorhanden. Ärzte, die selbst oft davon betroffen sind, behandeln mit schulmedizinischen Präparaten, nicht selten empfehlen sie aber auch Ayurveda, Kneippanwendungen, homöopathische Mittel, pflanzliche Stärkungsmittel (z. B. Extrakt aus Salbeiblüten), viel Bewegung, leichte, vitaminreiche Kost und ganz wichtig der Rat: Lassen Sie sich und anderen Zeit, lassen Sie los und vertrauen Sie darauf, dass alles gut wird so wie es wird.

Gefühle nicht unterdrücken

Alle Perfektionisten, aber auch die Gewissenhaften, die Pflichtbewussten, die „Öffentlichkeitsarbeiter“ oder alle, die einem bestimmten gesellschaftlichen Muster besonders gut entsprechen wollen, ist eines gemeinsam: sie sind ratio-bestimmt oder wollen es sein. Gefühle zeigen sie nicht, lassen sie nicht zu. Dieser Gefühlsstau muss bei einem Burnout - Patienten aufgelöst werden. Der Körper sendet genügend Signale: Von Appetit, über Hunger bis Freude und Wut oder Müdigkeit. Hören Sie drauf und das Gleichgewicht des Körpers – und damit die Gesundheit – bleibt erhalten. Wieder lachen können – ein Erfolg für Saft- und Kraftlose. Lachen und Schlafen – die Jungbrunnen der körperlichen Fitness schlechthin.

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